Abschluss – Und jetzt?

Dieter Schütz / pixelio.de

Irgendwann kommt man während seiner Schullaufbahn dazu, sich zu fragen, was das überhaupt alles soll. „Warum lerne ich das alles?“, „Ich werde das doch im Leben nicht brauchen!“ und weiter Fragen sind euch bestimmt schon einmal durch den Kopf gegangen. Und wenn nicht, kommt das noch, keine Sorge. Ich muss ehrlich zu geben, dass ich auch so gedacht habe und das ehrlich gesagt teilweise noch tue. Doch ihr werdet überrascht sein, welchen scheinbar unnötigen Kram ihr in eurem Leben noch brauchen werdet. Ich bin gerade auf einer Fachoberschule und lerne also immer noch. Die Fachoberschule wiederholt zwar alle Basics, beispielsweise in Chemie, noch einmal, doch ihr seid fast schon chancenlos, wenn ihr erst in der 11. Klasse mit Chemie anfangt. Da es auf (soweit ich weiß) jeder Fachoberschule so ist, dass in der 11. Klasse zwei Praktika absolviert werden müssen, habt ihr quasi nur die Hälfte der Zeit, um euch den gleichen Stoff beizubringen. Schön, oder? Dazu kommt, dass ihr die Praktikums- und Schulblöcke wahrscheinlich in Zwei-Wochen-Blöcken habt, das heißt, ihr habt wieder zwei Wochen Zeit alles gelernte zu vergessen.

Aber was, wenn man nicht auf die FOS gehen möchte?“ Dann hast du leider auch Pech gehabt. Auch bei einem Ausbildungsberuf brauchst du erstaunlich viel, was du in der Schule gelernt hast. Es ist leider wirklich so. Ich wäre ziemlich aufgeschmissen, wenn ich jetzt beispielsweise eine Ausbildung zur Bürokauffrau machen würde. Buchungssätze haben mich nun mal nie wirklich interessiert.

Im Übrigen kann ich euch wirklich versprechen, dass ihr das absurdeste Zeug wieder in eurem Leben brauchen könnt. An dieser Stelle möchte ich kurz Frau Strauß dafür danken, dass sie ihren Geschichtsunterricht so interessant gestaltet hat, dass bei mir der Stoff hängen geblieben ist, den ich momentan fast schon täglich brauche. Ich weiß, dass ich oft desinteressiert gewirkt habe (ehrlich gesagt war ich das auch in manchen Stunden, aber das hat nichts mit Ihnen zu tun. Geschichte liegt mir einfach nicht.), doch ich bin schlussendlich unendlich froh, dass sie mir Geschichte dann doch so gut eingeprügelt haben.

Jedenfalls werdet ihr eine ganze Menge Wissen aus der Realschule – vor allem aus den letzten drei Jahren – in eurem Leben brauchen. Egal, ob ihr mit der Schule weiter macht oder einen Ausbildungsberuf ergreift. Reißt euch diese zwei Jahre bestmöglich zusammen, ihr habt danach einen gewaltigen Bonus.

Lasst euch dazu bitte nicht unterkriegen und tut nicht zwingend das, was eure Eltern wollen. Ihr müsst kein Arzt werden, nur weil sie das wollen. Es ist eure Zukunft und ihr habt sie in der Hand. Macht das beste draus, auch wenn ihr vielleicht jetzt noch keine Ahnung habt, was ihr machen wollt. Informiert euch einfach über eure Möglichkeiten, was ein FSJ ist, was genau auf der FOS alles gefragt ist und was ihr für euren Ausbildungsberuf alles parat haben müsst. Schlussendlich werdet ihr den richtigen Weg für euch finden, auch wenn es über Umwege ist. Lasst euch nicht so leicht unterkriegen, jeder hat mal Probleme in der Schule. Am Ende müsst ihr mit euch glücklich sein, das ist die Hauptsache.

Astrid, 11. Klasse 😉