Abschlussprüfungen Teil 1

Für die Meisten sind die Abschlussprüfungen wirklich beängstigend. Wie genau funktioniert das Ganze und was genau wird überhaupt geprüft? Wenn es um die Abschlussprüfungen geht, gibt es eine Vielzahl von Meinungen und Erfahrungen. Ich möchte meine Erfahrung mit den Prüfungen mit euch teilen und euch erzählen, wie die Prüfungen bei uns verlaufen sind.

Zuerst fangen die mündlichen Abschlussprüfungen an. Da ich im Französischzweig bin, hatte ich zwei mündliche Prüfungen. Im Mai begann offiziell die Zeit der Abschlussprüfungen mit der mündlichen Prüfung in Englisch. Wir hatten schon Wochen davor mit unser Lehrerin geübt, und jeden Tag sowohl für die schriftlichen als auch für die mündlichen Prüfungen gelernt. Im Allgemeinen hatten wir während der Unterrichtszeit die Möglichkeit selbstständig zu lernen. Am Tag der Abschlussprüfungen hingen vor dem Lehrerbüro im ersten Stock Listen aus, auf denen die Namen von uns und unseren Partnern standen. Nebendran standen die Zeiten, in denen wir zur Prüfung sollten. Ich war in einer Dreiergruppe, welche zuletzt dran war. Normalerweise gibt es keine Dreiergruppen, da wir jedoch eine ungerade Zahl an Schülern sind, gab es keine andere Möglichkeit. Ein Schüler darf nicht doppelt zur Prüfung kommen, somit konnte keiner aus meiner Klasse die Prüfung zwei Mal machen. Man wird in einen Raum geführt und muss sich einander vorstellen. Danach bekommt man ein Bild, welches man haargenau beschreiben muss. Zuletzt muss man in der Gruppe eine Konversation führen, in der man schlussendlich zu einer gemeinsamen Lösung kommen muss.

In der mündlichen Prüfung in Französisch muss man sich auch vorstellen. Der zweite Teil dort ist eine Konversation mit dem Prüfer, der euer Französischlehrer ist. Abschließend muss man einen Text zusammenfassen und seine Meinung zu dem Thema äußern.

Die Unterschiede zwischen der Prüfung in Französisch und Englisch sind, dass man in Französisch alleine zur Prüfung kommt und eine 10-minütige Vorbereitungszeit bekommt. In dieser Vorbereitungszeit darf man den Text für den dritten Teil der Prüfung vorbereiten. Hilfsmittel, wie ein Wörterbuch, sind natürlich nicht erlaubt.

Die Ergebnisse der mündlichen Prüfungen werden in den darauffolgenden Wochen bekannt gegeben. Jedoch erfährt man nur seine erreichte Punktzahl, nicht seine Fehler. Diese Punkte werden mit den erreichten Punkten in der schriftlichen Abschlussprüfung verrechnet und ergeben eine Gesamtnote. In Englisch kann man im Mündlichen maximal 30 Punkte erreichen, in Französisch sind es 25 Punkte.

Nach den mündlichen Prüfungen hat man während der Unterrichtsstunde weiterhin Zeit sich für die schriftlichen Prüfungen vorzubereiten. Wie genau die Unterrichtsstunde verläuft, ist lehrerabhängig. Ende Juni sind die schriftlichen Abschlussprüfungen. Bei der Deutschabschlussprüfung hat man die Möglichkeit sich zwischen zwei großen Themen zu entscheiden. Erörterung und Textgebundener Aufsatz. Bei der Erörterung konnten wir dieses Jahr zwischen einer materialgebundenen und einer freien Erörterung wählen. Das Thema der materialgebunden Erörterung war Doping bei Leistungssportlern, bei der freien Erörterung ging es um Einkaufszentren. Beim Textgebunden Aufsatz zwischen einer Reportage über Drohnen oder einem Romanauszug von einem Mädchen und einem Vater in der Nachkriegszeit.

Wir mussten zwischen 7:30 Uhr und 7:45 Uhr in der Schule sein. Als wir das Atrium betraten, sollten wir zu einem Lehrer gehen, der uns eine Platznummer zugewiesen hat. Die Platznummern dienen dazu, dass die Chancen zum Abschreiben zusätzlich minimiert werden. Wir mussten unsere Taschen mit Handy und Federmäppchen in den Musikraum stellen. Am Platz erlaubt waren Stifte, Essen, Trinken und Taschentücher. Das Kaugummikauen ist im Übrigen auch erlaubt. In Deutsch haben wir um 8:07 Uhr mit dem Schreiben angefangen und genau um 12:07 Uhr aufgehört. Das heißt, man hat genau 240 Minuten für den Aufsatz Zeit.

Zusätzlich sollte man wissen, dass man nur zu seinen schriftlichen Prüfungen kommen muss. Das heißt, dass ich beispielsweise zu Hause bleiben darf, wenn die Kunstklasse ihre Prüfung schreibt.

Wenn ich in meiner Abschlussprüfung eine schlechtere Note habe, als in meinem Jahresfortgang – also schlechter als die Note, die ich durch meine Stegreifaufgaben, Schulaufgaben und mündlichen Noten während des Schuljahres erreicht habe etc. – habe ich die Möglichkeit in die mündliche Prüfung zu gehen. Jedoch muss ich nicht zwingend in die mündliche Prüfung gehen.

So, soweit meine ersten Eindrücke von der Abschlussprüfung.

Astrid, 10. Klasse