„Den Deutschen seine gute Seite zeigen“ – Wie es Flüchtlingen heute in Deutschland geht

Interview mit Anas und Adnan

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere von euch noch an das Interview in unserer letzten Printausgabe mit Flüchtlingen, die in unserer Turnhalle untergebracht waren. Als Folge davon habe ich auch dieses Jahr wieder mit zwei Flüchtlingen über ihre Zeit in Deutschland und deren Erfahrungen unterhalten.

Anas ist 20 Jahre alt und kommt aus Syrien, vor einem Jahr kam er nach Deutschland und derzeit wohnt er in einer Unterkunft in Poing. Adnan kommt ebenfalls aus Syrien und ist auch 20 Jahre alt. Auch er wohnt in Poing. Als erstes wollte ich wissen, wie die Zeit für sie in unserem Land bis jetzt war. Anas erzählte mir, dass es für ihn nicht gerade leicht war. Die damalige Situation hatte ihm den Start in ein „besseres“ Leben erschwert, da er alleine war, auch die verschiedenen Sprachen machten es nicht gerade leichter. Für ihn war das erste halbe Jahr besonders schwierig. Auch Adnan hatte Probleme mit der Verständigung, für ihn war es auch sehr wichtig, dass er uns Deutschen die „gute“ Seite zeigt, da es wirklich sehr viele Vorurteile und unterschiedliche Meinungen gibt.

Ich wollte auch wissen, was man an der Integration von Asylbewerbern ändern könnte. Diese Frage hat mich besonders interessiert, da man sich mal die Meinung von denen anhören sollte, die so leben müssen wie wir es ihnen vorgeben. Adnans sagte, dass er nichts ändern möchte, da sie bei uns aufgenommen werden und es akzeptieren sollen, so wie es hier ist. Dennoch findet er es gemein, dass sie alle einen schlechten Ruf haben, nur weil Einzelne Fehler machen, und sich daher viele deutsche Bewohner gegenüber ihnen schlecht benehmen. Nach Anas Meinung sollten die Menschen mit ihnen über ihre Situation und den Probleme in ihrem Land unterhalten, da sehr viele der Meinung sind, dass, die jetzige Situation in Syrien nicht so schlecht ist, was allerdings leider nicht der Wahrheit entspricht.

Da beide schon seit einem Jahr in Deutschland sind, wollte ich natürlich auch wissen, ob sie hier bleiben wollen oder wieder in ihre Heimat zurückkehren möchten, wenn sich die Situation dort entspannt hat. Anas möchte unsere Sprache lernen und hier sein Studium fortsetzen. Er hatte in Syrien Wirtschaft studiert. Wenn er sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, will er hier in Deutschland bleiben und versuchen sich ein Leben aufbauen. Adnan im Gegensatz möchte wieder in sein Heimatland zurück und dort ebenfalls sein Studium abschließen.

Zuletzt wollte ich von ihnen noch wissen, ob sie noch etwas über die Situation der Flüchtlinge in Deutschland loswerden wollen.

Adnan ist der Ansicht dass trotz der vielen Schwierigkeiten das Wichtigste eine gute Kommunikation zwischen Flüchtlingen und Deutschen ist. Er ist derMeinung, dass man dadurch die meisten Probleme beseitigen könnte. Anas hat darauf hin gesagt: „How can we make it, without German?“ („Wie können wir es schaffen ohne Deutsch?“).

Selina, 10. Klasse